Wenn wir mal Laut werden

Warum wir LAUT werden

Es kommt vor.

Auch bei den engagiertesten und empathischsten Eltern.

Viel öfter als öffentlich der Anschein gemacht wird. Und trotzdem denken viele, wie so oft, sie seien die Einzigen, denen das widerfährt.

Wenn du nicht dazu gehörst und davon völlig frei bist, dann ziehe ich meinen Hut.

Der Großteil ist jedoch nicht frei davon.
Warum?

Gründe gibt es zahlreiche:
🎯Zu viel Stress
🎯Überforderung
🎯Hilflosigkeit
🎯gefühlte Grenzüberschreitung
🎯Trigger aus unserer Vergangenheit
🎯angeeignete Strategien

Solltest du dich jetzt schlecht (schuldig) fühlen deswegen?

Ganz klares JEIN⚠️

Zuallererst geht es darum zu akzeptieren, was da ist.

Und wenn da dieses Schuldgefühl in uns ist, dann ist das erst einmal so.

 

Schuldgefühle gehören dazu

Schuld an sich  ist nicht negativ.

Sooooo oft wird darauf verwiesen, wie wichtig es ist alle Gefühle des Kindes einzuladen und nicht zu bewerten. Gleichzeitig nehme ich eine extrem negative Haltung gegenüber dem Gefühl der Schuld bei uns wahr, nach dem Motto: Fühl dich nicht schuldig. Warum?

Schuld ist erst einmal etwas total positives. Es signalisiert uns, dass hier etwas “nicht richtig” läuft und wir uns dafür verantwortlich fühlen.

Und das wir uns verantwortlich fühlen, ist in der Beziehung zu unseren Kindern richtig und wichtig!!! Ansonsten geraten wir sehr schnell da rein die Verantwortung an die Kinder abzugeben (Du hast mich dazu gebracht)

3. Schuld ist also per se nicht negativ, sondern hilfreich. Was aber nicht hilfreich ist, ist wie wir damit umgehen. Selbstzerfleischung, Selbstzweifel, sich generell als schlechte MaPa zu deduzieren usw.
❗️Das hilft uns nicht weiter.

 

Ein konstruktiver Umgang mit Schuld

Für einen konstruktiven Umgang mit Schuld ist es entscheidend, dass wir Situationen:

✅ehrlich reflektieren,

✅uns fragen, wo und wie unsere Verantwortung liegt (denn gerade in partnerschaftlichen Kontexten fühlen wir uns häufig in Bereichen verantwortlich, wo wir gar keine tragen)

✅die Situation innerlich abschließen, in dem wir darauf schauen, was die Ursachen der Eskalation waren

✅Und uns dann EINE Sache herausnehmen, die wir beim nächsten Mal anders / besser machen wollen.

Und zu guter Letzt müssen wir die Beziehung zu unseren Kindern “reparieren”.

 

Fragen eines verletztes Kindes

Oft werde ich gefragt, ob solche Situationen die Bindung schädigen?

Und wie bei vielen Aspekten im Leben macht hier die Dosis das Gift.

Wenn es Teil unseres “normalen” Umgangs ist, dann kann das langfristig problematisch sein. Das ist unumgänglich darauf hinzuweisen.

Aber die Kind-Eltern-Bindung ist an sich sehr robust. Und Ausnahme-Situationen haben an sich keine langfristigen Schäden für die Bindung.
Trotzdem verursachen solche Situationen Verletzungen im Kind, weshalb es eben wichtig ist, solche eskalativen Situationen möglichst zu reduzieren.

Jedes Kind trägt nach solchen Situationen zwei Fragen in sich, auf die es eine Antwort sucht:

“Hast du mich noch lieb?” und “Ist bei uns alles OK?”
Und darauf braucht es eine Antwort, OHNE dass es danach fragen muss.

Die Beziehung reparieren

Um diese Verletzungen müssen wir uns proaktiv kümmern, indem wir die Beziehung reparieren.

Im Kern geht es darum,

auf sie zuzugehen,

Nähe anzubieten (und zu respektieren, wenn sie dafür noch nicht bereit sind)

und zu versichern, dass der Vorfall nichts an unserer Beziehung verändert und wir sie lieb haben PUNKT.

Es ist ein bisschen wie bei einer kleinen Schramme nach einem Sturz. Natürlich heilt das von selbst. Aber unsere Zuwendung und ein (seelisches) Pflaster können einen gewaltigen Unterschied machen.

Darum müssen wir uns kümmern.
Auch wenn das nicht immer einfach ist, denn wir sind in solchen Situationen ja auch sehr emotional geladen.

Aber da liegt der Unterschied.

Wir sind Erwachsen.
Wir sind verantwortlich.
Wir machen den ersten Schritt.
Wir haben die Aufgabe die Beziehung zu reparieren.

Wie kommt ihr nach solchen Situationen klar?
Gelingt euch das gut oder hadert ihr mit euren eigenen Emotionen?
Bin gespannt von euch zu hören.

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